AQAI GmbH Presseberichte
Simulation fördert Theorie-Praxis-Transfer in der Pflegeausbildung
AQAI Simulationszentrum präsentiert Einsatzmöglichkeiten und Ergebnisse beim Kongress "Lernwelten"
(lifepr) Mainz, 30.08.2011, Unter dem Motto "Bildungsabschlüsse - Bildungsanschlüsse - Bildungsmanagement" findet vom 1. bis 3. September 2011 in Bochum der größte deutschsprachige wissenschaftliche Kongress für Pflege- und Gesundheitspädagogik statt. Das AQAI Simulationszentrum Mainz präsentiert dort Möglichkeiten, in den - in Deutschland neu angebotenen - Pflegestudiengängen mit Hilfe von Simulation den dringend geforderten Theorie-Praxis-Transfer zu schaffen.
Seit Jahrzehnten ist die Ausbildung der Pflege in Großbritannien, der Schweiz und weiteren Ländern die Angelegenheit von Universitäten. Auch in Deutschland hat eine Professionalisierung des Bereichs durch Akademisierung begonnen; zahlreiche Fachhochschulen bieten inzwischen weiterführende Studiengänge an. Ein neuer Weg ist die Ausgliederung der Basispflegeausbildung aus den traditionellen Krankenpflegeschulen an Universitäten; eine Schwierigkeit bildet bei einem sehr hohen Theorie-Anteil der Transfer in die Praxis. In England und den USA löst man dies beispielsweise u. a. durch den Einsatz der Simulation im Unterricht.
Zu den Einsatzmöglichkeiten der Simulation zählt dabei das "Skills-Training" von Arbeitsabläufen wie dem Legen intravenöser Zugänge. "Ein praxisnahes, interaktives Arbeiten mit den Auszubildenden bzw. Studenten erlaubt hingegen ein 'Full-Scale-Patientensimulator'", erläutert Prof. Dr. med. Wolfgang Heinrichs, Anästhesist und Leiter des AQAI Simulationszentrums. "Mit diesem lebensgroßen, mit pharmakologisch-physiologischen Modellen gesteuerten Mannequin lassen sich sowohl die Grundlagen pflegerischen Handelns, schwierige Arbeitsabläufe als auch Kommunikation und Teamarbeit trainieren."
Konzepte entwickelten hierzu Universitäten in den USA und in England in Zusammenarbeit mit der Industrie. Ziel dieser Curricula ist es, dass zu jedem geeigneten Studienabschnitt ein Simulationsworkshop stattfindet. Beispiele sind das "Program for Nursing Curriculum Integration (PNCI(TM) )" der Firma Meti® oder die "Simulation in Nursing Education Scenarios (NLN)" der Firma Laerdal®; Ziel ist eine verbesserte Handlungs- und Sozialkompetenz. Die gemeinsame Erarbeitung von Lösungen im Team wird unterstützt durch eine videoassistierte Analyse und standardisierte Beobachtungsbögen.
In einem Projekt mit der Krankenpflegeschule der Universitätsmedizin Mainz stellte sich das Forscherteam des AQAI Simulationszentrums die Frage, ob Fälle des PNCI© auf den deutschen Bedarf übertragen werden können. In einer Unterrichtseinheit über Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme nach dem Lehrplan von Rheinland-Pfalz bearbeitete die Gruppe mit Krankenpflegeschülern im 2. Jahr einzelne Fälle aus diesem Themengebiet am Simulator; es gelang, in der Theorie erlerntes Wissen in die Praxis umzusetzen und zu festigen.
"Die Simulation bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten für die Krankenpflegeausbildung und lässt sich gut in bestehende Konzepte der Krankenpflegeschulen oder Universitäten einbinden", resümiert Prof. Dr. Heinrichs. "Existierende Curricula sind hierzu entsprechend zu erweitern und anzupassen. Bereits jetzt können wir zeigen, dass sich mit diesen Simulatorkursen ein außerordentlich positives Feedback erzielen lässt."
Über den Kongress "Lernwelten"
"Lernwelten" ist der größte deutschsprachige wissenschaftliche Kongress für Pflege- und Gesundheitspädagogik. Veranstaltungsort der elften Ausgabe ist in diesem Jahr die Hochschule für Gesundheit in Bochum. Mit zahlreichen kooperierenden Institutionen (Hochschulen, Verbänden, Forschungsverbünden) verfügt dieser Kongress über eine breite wissenschaftliche Akzeptanz und ein hohes Renommee. "Die Handlungsfelder des Gesundheits- und Sozialwesens verändern sich schnell und erfordern vielfältige neue Kompetenz- und Berufsprofile", so die Veranstalter. Diese Entwicklung bringt langfristige Herausforderungen in unterschiedlichen Bereichen mit sich; auf ihnen liegt vom 1. bis 3. September in Bochum das Hauptaugenmerk. www.lernwelten.info
Simulation der menschlichen Lunge
22.08.2011
Im spanischen Granada kam Anfang Juni die internationale Community der Simulation für Fortbildungszwecke in der Medizin zusammen. Die 17. Jahrestagung der Society in Europe for Simulation Applied to Medicine (SESAM) bot ein attraktives Programm mit vier Keynotes, drei Roundtables und einer großen Anzahl an Themensessions, Workshops und Poster-Präsentationen. Im Rahmen dieser hochkarätigen Veranstaltung zeigte das AQAI Simulationszentrum Mainz eine Weltneuheit.
TestChes, entwickelt in der Schweiz und in Mainz, hergestellt in der Schweiz, ist ein Simulator, der die äußerst komplexe Funktionsweise der menschlichen Lunge und Herz-Lunge-Interaktionen nachbildet. Er eignet sich für die Verwendung in sämtlichen Zusammenhängen, in denen akute wie chronische respiratorische Indikationen Elemente der medizinischen Aus- und Fortbildung sind.
Der realitätsnahe Patientensimulator lässt sich für Erkrankungen wie ALI (akute Lungenschädigung), ARDS (Atemnotsyndrom) und COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) etc. programmieren; er stellt eine Komplettlösung dar und unterstützt in optimal das hoch intensive Lernen. Spontanatmung und CO2-Produktion sind Bestandteil von TestChest; der Simulator reagiert realistisch auf therapeutische Interventionen wie Druckunterstützung, PEEP, CPAP, FiO2 und sogar Recruitment-Manöver. Das optionale Hämodynamik-Modul meldet die Sauerstoffsättigung, die Herzfrequenz und den intravasalen Druck.
Das Software-Paket AQAI SIS liefert unter anderem - auf Basis komplexer mathematischer Algorithmen - die vollumfängliche Darstellung der Patientenreaktion auf mechanische Beatmung, vorkonfigurierte Szenarien und Lernwerkzeuge sowie eine intuitive Bedieneroberfläche und bietet Kombinationsmöglichkeiten mit bestehenden Simulatoren. Die simulierten Patientenfälle lassen sich unbegrenzt erweitern.
TestChes erlaubt die Nachbildung realistischer therapeutischer Situationen in Echtzeit und ermöglicht medizinische Aus- und Fortbildung ohne Risiko für Patienten. Moderne didaktische Ansätze wie problembasiertes und lerneraktiviertes Lernen sind realisierbar. Die Lösung ist weltweit einzigartig und ersetzt die bislang genutzten aufwändigen und schwierig reproduzierbaren Tiermodelle. Der Einsatz ist auch zum Testen von Beatmungs-, CPAP- und Anästhesiegeräten jeder Art möglich.
Der Lungensimulator ist ab sofort lieferbar.
